Hochzeitsbräuche & Hochzeitstraditionen A U F D E R F E I E R ---------------------------------------
Brautstrauß werfen Es versammeln sich alle ledigen weiblichen Gäste, die Braut stellt sich vor
diese Frauen, mit dem Rücken ihnen zugewandt und wirft den Brautstrauß in die
Menge. Es wird besagt, das die Frau die diesen Strauß fängt, die nächste Braut
sei.
Strumpfband werfen Gleiches wie beim Brautstraußwerfen gilt für das Strumpfbandwerfen,
allerdings hier für die ledigen männlichen Gäste. Der Bräutigam hebt das Kleid
der Braut etwas hoch und nimmt das Strumpfband ab, er kann es auch mit den
Zähnen langsam runterziehen. Das Strumpfband wird nun vom Bräutigam den
männlich unverheirateten Gästen zugeworfen.
Hochzeitstanz Diesen Brauch kennt jeder, der Hochzeitstanz. Traditionell eröffnet das
Brautpaar das Tanzparkett mit einem Hochzeitswalzer, nach einigen Schritten
wird dann das Brautpaar von den anderen Gästen begleitet. Ein sehr schöner
Brauch ist es allerdings, wenn die erst paar Schritte der Walzers die Braut mit
ihrem Vater tanzt, dieser übergibt dann die Tochter an den Schwiegervater,
welcher ebenfalls die Ehre bekommt mit der Braut ein paar Schritte zu tanzen,
bevor dann die Schwiegertochter seinen Sohn übergibt.
Brautentführung Der Bräutigam sollte auf der Hochzeitsfeier seine Braut niemals aus den
Augen lassen. Tut er es doch, wird er für seine Unaufmerksamkeit bestraft und
man wird seine Braut entführen. Um sich einen kleinen Vorsprung zu verschaffen,
verstecken die Brautentführer zuerst den Brautstrauß im Festsaal. Sobald der
Bräutigam bemerkt, dass seine Braut verschwunden ist, darf er sich erst auf die
Suche machen, sobald er den Brautstrauß hat. In der Zwischenzeit fahren Braut
und Entführer zu mehreren Kneipen. Die getrunkenen Getränke muss der Ehemann
bezahlen. Eine Brautentführung sollte niemals zu lange dauern, damit es den
verbliebenen Gästen nicht zu Langweilig wird.
Dieser Brauch geht zurück auf das vermeintliche Recht der ersten Nacht im Mittelalter.
Einem Mythos zufolge hatten der Klerus und der Adel im Mittelalter das Recht,
ihre weiblichen Untergebenen in der Hochzeitsnacht zu entjungfern. Damals
sollen die Bräute von den Vasallen der Obrigkeit aus den Hochzeiten abgeholt
worden sein (entführt).
Später diente dieser Brauch den Männern der Brautfamilie um die Tauglichkeit
des Bräutigams im Sinne des Beschützers zu testen.
Hochzeitstorte Die Tradition der Hochzeitstorte geht bis ins antike Rom zurück. Zum Feste
wurde ein Mandelkuchen gebacken, dieser wurde über dem Kopf der Braut
zerbrochen und die Gäste haben die Krümel vom Boden gegessen, dies sollte Glück
und Gesundheit bringen. Diese Tradition ist natürlich schon längst nicht mehr
aktuell und gelte zu unserer Zeit als unsittlich. Aber trotzdem gilt noch heute
die Tradition, dass eine Braut niemals ihre Torte selbst backen sollte, da dies
Unglück bringt. Eine fünfstöckige Torte steht für die fünf Lebensabschnitte:
Geburt, Taufe, Konfirmation, Hochzeit und Tod. Das Anschneiden der
Hochzeitstorte erfolgt mit einem Schleifen verziertem Messer. Das Messer darf
von keinem Gast übergeben werden, da es diesem Unglück bringen soll, daher wird
das Messer neben die Torte gelegt. Dabei beachte man: Wer die Torte berührt
oder sogar umstoßt, den erwarte einen reichen Kindersegen, nur allzu gerne
„beschmieren“ sich Braut und Bräutigam heute mit ein bisschen Tortencreme.
Wessen Hand auf dem Messer oben liegt, der hat in der Ehe „Das Sagen“.
Kaffeebohnen in der Torte Eine weitere Tradition ist es, zwei Kaffeebohnen in die Torte einzubacken.
Eine geröstete und eine ungeröstete. Wer von den Gästen die geröstet erwischt,
dem wird bald eine Verlobung blühen, erwischt man die ungeröstete so wird
dieser für lange Zeit Single bleiben.
Brautbecher Dieser Doppelbecher entstand im 15. Jahrhundert aus folgender Legende:
Ein einflussreicher Edelmann hatte einst eine wunderschöne Tochter.
Kunigunde, sie liebte einen jungen Goldschmied ohne Wissen ihres Vaters. Unter
all den zahlreichen standesgemäßen Freiern gab es keinen, der sie die Liebe zu
dem jungen Goldschmied vergessen ließ.
Schließlich offenbarte sie sich ihrem mächtigen Vater, der vor Zorn bebte und
den jungen Mann sofort einkerkern ließ. Kunigunde wurde alsdann vor
Liebeskummer krank, und es schien als würde das Herz ihres Vaters von Tag zu
Tag härter.
Doch eines Tages schlug er ihr vor: "Wenn dein Goldschmied einen Becher
schmieden kann, aus dem zwei zur gleichen Zeit trinken können, ohne einen
Tropfen zu verschütten, sollst du ihn zum Manne haben". Insgeheim war er
davon überzeugt, dass der junge Mann dieser Aufgabe nicht gewachsen war und
Kunigunde sodann von ihm ablassen würde.
Doch er rechnete nicht mit dem Ehrgeiz und Einfallsreichtum eines Mannes, der
durch die Liebe beflügelt, in nur wenigen Tagen einen wunderbaren Rock als
Becher formte wie ihn vorher noch keiner gesehen hatte. Auf den Becher
modellierte er den Rumpf seiner schönen Geliebten, die mit erhobenen Händen
einen kleineren, beweglichen Becher hielt.
So war es ein leichtes für zwei Menschen gleichzeitig aus einem Becher zu
trinken, ohne auch nur einen Tropfen zu vergießen. Der Edelmann musste so sein
Wort einlösen und seinen Segen zur Hochzeit von Kunigunde und dem jungen
Goldschmied geben.
Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.
Seit dieser Zeit ist der Brautbecher ein Symbol für Liebe, Treue, Harmonie und
Hoffnung auf das große Glück, wenn ein Paar bei seiner Hochzeit gemeinsam aus
diesem Becher trinkt.
Maschkern Dieser Brauch ist in Teilen Österreichs und Bayerns weit verbreitet.
Der Begriff "Maschkern" (auch Maskern oder Maschgern) kommt
vermutlich von Maskerade (sich verkleiden).
Jugendliche aus dem Heimatdorf oder Freunde aus Vereinen treten verkleidet
bzw. in Masken vor die Hochzeitsgesellschaft und erzählen lustige Geschichten
aus dem Leben des Bräutigams bzw. der Braut. Als Erzähler wirkt ein Harlekin
(in Österreich: Kasperl). Alle Handlungen werden von den Personen in Masken
nachgestellt. Eine wichtige Person ist, zum Beispiel, "Die alte
Liebe", die zum Abschluss der Handlung ein letztes Mal versucht den
Angebeteten von der Heirat abzuraten und lieber sie zum Traualtar zu führen.
Für die kleine Aufführung erhalten die Darsteller vom Brautpaar als Anerkennung
eine Mahlzeit.
Brautschuhversteigerung Während der Hochzeitsfeier gibt es den Brauch der Brautschuhversteigerung. Der Braut wird ihr Schuh „entwendet“.
Anschließend wird der Schuh unter den Hochzeitsgästen symbolisch versteigert.
Versteigert wird auf Englisch, d. h. es wird der Differenzbetrag bezahlt. Zum
Beispiel, man fängt bei 5 Euro an, der erste Bieter gibt 5 Euro, der nächste
bietet 8 Euro und gibt den Differenzbetrag von 3 Euro. Dabei legen die Gäste ihre
Gebote in den Brautschuh. Zum Schluss ersteigert der Bräutigam den Schuh samt
der bis dahin eingeworfenen Beträge. Das Geld bleibt beim Brautpaar, der
Bräutigam gibt den Schuh an seine Braut zurück.
Gastgeschenke Der Ursprung der Gastgeschenke (Give aways) reicht bis in die Kultur der
Antike zurück.
Diese Geste hat eine symbolische Bedeutung. Das Brautpaar beschenkt hiermit
die Hochzeitsgäste und würdigt so die Rolle, die sie als Zeugen der
Eheschließung hatten und man bedankt sich hiermit ihr Kommen.
Brautschleiertanz Der weiße Brautschleier der Braut stand ursprünglich
für deren Jungfräulichkeit.
Früher war dies auch der einzige weiße Bestandteil der Hochzeitsgarderobe der
Braut. So wurde im bäuerlichen Umfeld in der Sonntagsgarderobe geheiratet.
Traditionell war diese schwarz. Erst später wurde die Farbe des Kleides
ebenfalls weiß. Um Mitternacht war die Braut keine Braut, sondern nunmehr
Ehefrau. Deshalb wurde dann der Schleier abgenommen. Dieser Brauch existiert
noch heute. Oft erfolgt um Mitternacht ein Schleiertanz. Die Braut tanzt
alleine und alle unverheirateten Frauen versuchen, ein Stück des Schleiers
abzureißen. Wer das größte Stück des Schleiers erwischt hat, soll gemäß dem
Brauch die nächste Braut sein. Auch sagt man, dass das glückliche Brautpaar so
ein wenig Glück an die Unverheirateten übergibt.
Hochzeitsbräuche & Hochzeitstraditionen N A C H D E R F E I E R ---------------------------------------
Über die Schwelle tragen Der Ehemann muss zu Hause angekommen nun die Braut über die Schwelle tragen!
Dies symbolisiert, dass der Ehemann auch künftig seine Frau auf Händen
tragen wird.
Dieser Brauch kommt daher, da besagt wird, dass böse Geister und Dämonen
unter der Schwelle lauern, damit diese der Braut nicht anhaben können, trägt
der Bräutigam seine Braut über die Schwelle.
Zukunftsweisende Hexen Ein uralter Aberglaube behauptet, dass 6 Tage nach der Eheschließung in der Nacht
drei alte Hexen erscheinen. Diese bestimmen über den Verlauf des künftigen
Ehelebens. Um diese Hexen gnädig zu stimmen, stellt man auf Balkon, Terrasse,
vor die Türe oder auf ein Fensterbrett folgende Gegenstände: ein Stück Brot,
ein Glas Rotwein und eine Rose. Dies symbolisiert, den Wohlstand, die
Gesundheit und die Liebe.
Streiche In manchen Gegenden ist es auch Brauch dem Brautpaar einen Streich in deren
Wohnung zu spielen:
~Es wird die Wohnung mit Luftballon gefüllt
~Ein Spinnennetz aus Toilettenpapier über die
gesamte Wohnung gespannt ~Salz und Zucker vertauscht
~Regale ausgeräumt (nicht übertreiben!)
~Glühbirnen aus den Lampen geschraubt (bitte
Glühbirnen in der Wohnung sichtbar aufbewahren)
~Sicherungen ausgeschalten ~Spiegel mit Lippenstiftherzen bemalt (bitte
darauf achten, dass keine Lippenstiftflecken auf dem Boden oder auf Möbel
landen!) ~Türklingen abgeschraubt
~Schlafzimmerbett zerlegt (davon ist allerdings
abzuraten)
~Gegenstände werden vor die Schlafzimmertüre
gestellt
~Das Brautpaar beim Öffnen der Türe mit einer
Konfettidusche überrascht
~Uhren werden verstellt
Im Grund wird der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Wer die
Freundschaft zu dem Brautpaar jedoch schätzt, sollte hier sehr vorsichtig sein.
Übertreibung sind nicht angebracht und bringen nur Ärger!!! Deshalb empfehlen
wir, den Flur der Wohnung von der Eingangstür bis zum Schlafzimmer hübsch zu
dekorieren. Und das Schlafzimmer romanisch mit Herzluftballons und Rosen zu
schmücken und vielleicht noch eine kleine Flasche Sekt mit zwei Gläsern und
etwas Süßes neben dem Bett anzurichten - für eine romantische Hochzeitsnacht.
Hochzeitsbrauch & Hochzeitstradition BRAUTBAUM --------------------------------------- In manchen Regionen ist es
ein Brauch, am Tag der Hochzeit einen Hochzeitsbaum zu pflanzen. Dieser Baum gilt als
Symbol für den Anfang der Ehe und auch so unterschiedlich wie die
Wachstumsphasen und Jahresringe sind, wird auch Ihre Ehe sein.
Brautbäume und
ihre Symbolik:
Die
Eberesche
Die
Eberesche oder auch Vogelbeerbaum zählt als "Lebensbaum". Nach einem
irischen Sprichwort zufolge ist die Eberesche auch ein Schutz gegen Blitzschlag
und allerlei Hexenzauber, ihre Beeren sollen Wunden heilen und das menschliche
Leben um ein Jahr verlängern.
Die
Weide
Allein
ihr schönes Aussehen und die beruhigenden Geräusche, wenn man in ihrem Schatten
steht, erzählt viel über diesen Baum. Sie zählt als Baum der Dichter und Zauberer.
So manches Liebesgedicht wurde unter den Zweigen einer Weide geschrieben.
Weidenzweige sollen der Sage zufolge auch als Zaubermittel gegen Eifersucht
helfen, weshalb früher viele junge Männer einen kleinen Weidenzweig am Revers
ihres Hutes trugen. Die
Eiche
Die Eiche
zählt zu den stärksten und zähesten Bäumen. Sie steht für die Dauerhaftigkeit
und Beständigkeit einer Ehe. Ebenso wie die Eiche alle Stürme überleben will
und große Dürreperioden übersteht, sollte die Ehe nicht vor kleineren
"Stürmen" und äußeren Einwirkungen in die Knie gehen. Dass die Eiche
als der König unter den Bäumen zählt, liegt wohl daran, dass die Menschen
früher glaubten, dass sich ihre Wurzeln genauso tief ins Erdreich erstrecken
wie ihre Äste in den Himmel. In der Mythologie ist die Eiche der Baum des Zeus
und Jupiters, der Donnergötter. Mit dem Holz der Eiche wurden früher alle
Mittsommerfeuer entzündet.
Die
Birke
Die Birke
hat viele Bedeutungen. Bereits bei den Römern wurden Birkenzweige benutzt, um
neue Grenzen abzustecken und böse Geister zu vertreiben. Im bäuerlichen
Brauchtum wurden Birkenreiser verwendet, um die Geister des alten Jahres zu
vertreiben. Das hängt damit zusammen, dass die Birke zwar einer der ersten
Bäume ist, die im Frühjahr Grün ansetzt, aber die Zweige erst spät im Jahr hart
werden. Auch eine Ehe, noch jung und verliebt, ist schön wie das zarte Grün,
aber erst mit der Zeit wird sie stark genug, um auch Wiederstand von außen
gemeinsam zu überstehen.
Der
Haselstrauch
Der
Haselstrauch ist der Baum der Weisheit und der Wahrheit. In den keltischen
Sagen ist die Haselnuss das Symbol für konzentrierte Weisheit: etwas Süsses,
Festes und Nährendes, eingeschlossen in einer harten Schale. In England, aber
auch in ganz Europa, benutzt man teilweise noch bis heute Haselruten, um
verborgene Wasseradern oder verborgene Schätze aufzufinden. Auch das kann man
auf die Ehe übertragen. Hören Sie nie auf nach den verborgenen Schätzen und
guten Eigenschaften Ihres Partners zu suchen.