Hochzeitsbräuche & Hochzeitstraditionen Z U M H O C H Z E I T S T E R M I N ---------------------------------------
Mond und Sonne bestimmen den Hochzeitstag
Um Glück und Segen herbei zurufen, achtet das Brautpaar darauf nicht bei
abnehmendem Mond zu heiraten, damit das Glück nicht auch abnimmt. Und auch die
Sonne sollte noch steigen, damit das Glück und der Segen der Ehe steigen,
deshalb gibt man sich am Vormittag das „Ja!“-Wort.
Hochzeitsbräuche & Hochzeitstraditionen S P E Z I E L L F Ü R D I E B R A U T ---------------------------------------
Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes, etwas Blaues Die Braut sollte an ihrer Hochzeit etwas Altes, etwas Neues, etwas
Geliehenes und etwas Blaues tragen. Das Alte steht für den vergangenen
Lebensabschnitt, hierfür eignet sich ein Familienschmuckstück besonderst gut.
Das Neue steht für das zukünftige Leben, hierfür wird meist das Brautkleid
gewählt. Etwas Geliehenes als Zeichen der Freundschaft, hierfür kann die
Freundin z. B. ein Stofftaschentuch oder ein Schmuckstück oder Schuhe
ausleihen. Etwas Blaues als Symbol der Treue, hierfür nimmt man meist ein
Strumpfband mit einem kleinen blauen Band oder Schleife, man kann aber auch ein
kleines Stück blauen Stoff in das Kleid nähen oder einen kleinen blauen Knopf.
Geheimes Brautkleid Ein alter Aberglaube besagt, dass es Unglück bringen soll, wenn der
Bräutigam das Brautkleid vor der Hochzeit sieht. Also, gut versteckt halten!
Untreue in der Ehe Möchte die Braut einen treuen Ehemann, sollte sie unbedingt folgende Regeln
beachten:
Die Braut darf keinesfalls eine andere Frau oder z. B. die Freundin das
Hochzeitskleid anprobieren lassen, dies soll Unglück bringen. Es heißt, dass
somit die Untreue des Mannes hervorgerufen wird.
Verführung des Ehemanns Das Gleiche wie für das Kleid, gilt auch für den Schleier. Ein Aberglaube
besagt, sollte die Freundin den Schleier anprobieren, wird sie den Ehemann
verführen.
Also, niemand außer der Braut, darf Ehering, Brautkleid oder Schleier
tragen!
Keine Geldsorgen Um keine Geldsorgen in der Ehe zu haben, legt die Braut ein Cent in ihren
Schuh. Da dies aber schnell zu Blasen führen kann, raten wir eher zu dem Brauch
ein Cent in den Saum einzunähen. Auch dies soll dem Ehepaar Geldsegen bringen.
Das Brautkleid schneidern „So viele Stiche, so viele Tränen!“, dieser Spruch besagt, dass die Braut
ihr Brautkleid nicht selber nähen darf, wenn sie in ihrer Ehe nicht unglücklich
werden möchte.
Böse Geister durch Pfeifen Pfeifen ruft böse Geister hervor, daher darf in dem Zimmer, wo das
Brautkleid genäht wird, nicht gepfiffen werden!
Das Hochzeitsgeschenk Die Braut darf sich am Morgen des Hochzeitstages nicht ungekleidet in den
Spiegel schauen. Es soll Unglück bringen, wenn sie sich in den Spiegel schaut
und noch nicht komplett angekleidet ist.
Böse Geister vertreiben
Ein Brauch besagt, dass die Braut an ihrem Hochzeitstag ihre Unterwäsche
verkehrt herum tragen soll, um die bösen Geister zu verwirren und somit zu
vertreiben.
Hochzeitsbräuche & Hochzeitstraditionen V O R D E M H O C H Z E I T S T A G ---------------------------------------
Letsch Früher verlas der Pfarrer an drei aufeinander folgenden Sonntagen die drei
vorgeschriebenen Aufrufe zur Eheverkündigung im Hochamt von der Kanzel. Im
Anschluss an den ersten Aufruf - der Letsch - kamen die Freunde und Bekannten
der Brautleute im Elternhaus der Braut zu einem Umtrunk zusammen. Eine echte
Letsch findet daher an einem Sonntag statt, meist drei Wochen vor der Trauung.
Der Umtrunk beginnt gegen Mittag und dauert oft bis tief in die Nacht. Zur
Letsch wird nicht förmlich eingeladen - wer kommen mag, der kommt. Heute ähnelt
die Letsch häufig einem Polterabend, der auf das Poltern verzichtet.
Polterabend Der Polterabend ist ein sehr alter Brauch, der vermutlich noch aus
vorchristlichen Zeiten stammt. Durch das Zerschlagen von Steingut und Porzellan
sollen böse Geister vertrieben werden. Keinesfalls darf Glas zerschlagen
werden, da es als Unglückssymbol gilt. Die Scherben müssen vom künftigen
Brautpaar gemeinsam zusammengekehrt werden. Dies steht als Symbol, des
Zusammenhalt, wenn sich das Brautpaar in ihrer Ehe mal in einem
„Scherbenhaufen“ befindet. Geladen werden meist enge Verwandte, Freunde, Arbeitskollegen und Nachbarn. Traditionell findet der Polterabend am Tag vor der
Hochzeit statt.
(Da an Polterabend allerdings oft bis in die späten Abendstunden gefeiert wird, ist es ratsam diese Tradition ein paar Tage früher zu veranstalten.)
Kränzen
In einigen Gegenden ist es üblich, dass die Nachbarn am Abend vor der
Hochzeit einen aus Tannenzweigen geformten Kranz über der Hauseingangstür des
Brautpaares anbringen. Dabei wird dieser von den Nachbarinnen gefertigt (bzw.
gekauft) und mit selbst gefertigten weißen (Papier)-Blumen dekoriert. Das
Anbringen des Kranzes ist Aufgabe der männlichen Nachbarn des Brautpaares. Nach
dem Anbringen werden die Nachbarn dann durch das Brautpaar zu einem Umtrunk
eingeladen.
Häckselstreuen
Die Freunde/Verwandten - meist nur die Jüngeren - reisen von der
Wohn-/Elternanschrift der zukünftigen Frau zur Wohn-/Elternanschrift des
Mannes, wobei eine Spur gelegt wird, die diese beiden Orte miteinander
verbindet. Der Weg führt vorbei an (fast) allen Anschriften der nicht
verheirateten, ehemaligen Partner(-innen) von Braut und Bräutigam. Bei den
Verflossenen wird solange Häcksel (Stroh) gestreut, bis sich der Betroffene
durch Herausgabe von Bier und Schluck erkenntlich zeigt. Die Fahrt findet in der
Regel ohne das Paar statt, endet aber bei dem Bräutigam. Mit dem restlichen
Stroh wird das Haus und der Garten des Paares eingedeckt, anschließend
gegrillt, gefeiert und getrunken... Lagerfeuer etc, je nach Örtlichkeit. Dies
geschieht dann auch mit dem Paar, bei dem Paar. Benötigt werden ein Traktor,
Anhänger, Stroh, Musik, Getränke und das Wissen der Freunde, mit wem das Paar
fest zusammen war. Die Ehemaligen werden vorher natürlich informiert, damit sie
auch da sind und da sie ja auch Getränke vorhalten müssen und evtl., je nachdem
wie das Verhältnis ist, sind sie ja auch später noch gern gesehen.
Der Brauch ist in Kritik geraten, nachdem es vereinzelte Unfälle gab, bei
denen 1) Personen während der Fahrt vom Hänger fielen oder es 2) zu starken
Verschmutzungen der öffentlichen Straßen gekommen ist.
Da in der heutigen Zeit der großen Mobilität die Wohnorte der Braut und des
Bräutigam oft weit auseinander liegen, hat sich der Brauch nur dort halten
können, wo die logistischen Voraussetzungen noch zu finden waren und zwar bei
Paaren mit Beziehungen zu landwirtschaftlichen Betrieben.
Schuhe mit Pfennige bezahlen Früher waren die Leute meist sehr arm und mussten sehr auf ihr Geld achten.
Die Eltern der Töchter und die Mädchen selbst fingen ab Schulbeginn damit an,
für die Hochzeit Geld zu sparen und Aussteuer an zusammeln. Bezahlte eine Braut
ihre Brautschuhe mit Pfennigen, so war das für den zukünftigen Ehemann ein
Zeichen für eine sparsame, treue und beständige Ehefrau. Bis heute ist dies
eine schöne Tradition, wenn man die Schuhe in Centstücken (eingerollt) bezahlt,
symbolisieren die Schuhe sozusagen „Glücksschuhe“ mit welchen man in das
„Glück“ schreitet.
Ehering Möchten Sie eine treue Ehe, sollten Sie niemals einem anderen ihren Ring
anstecken lassen.
Es heißt, dass es die Untreue beschwört und Unglück über die Ehe bringt.
Willigen Sie also nicht ein, wenn ihr Freund sie bittet, mal ihren Ehering
anlegen zu dürfen! Dies würde symbolisieren, dass Sie ihre Frau an einen
anderen Mann übergeben.